Warum Bitcoin? · Ökonomie · Lektion 14

Gutes Geld

Zusammenfassung von „Sound money“ aus „21 Lessons“ von Gigi · Zuletzt aktualisiert:

Die Kernthese

Im Englischen gibt es den Begriff „sound money“, wörtlich „solides Geld“. Gemeint ist ein weit verbreitetes Zahlungsmittel, das seinen Wert zuverlässig hält. Gigis These: Auf lange Sicht ist hartes, solides Geld dem weichen Geld überlegen.

Und die Schwankungen?

Der naheliegende Einwand gegen Bitcoin als gutes Geld sind die starken Kursschwankungen. Die Lektion erklärt sie als Begleiterscheinung eines neuen Guts, dessen fairer Preis vom Markt erst gefunden werden muss. Ausserdem gibt sie zu bedenken, dass die Messung in Dollar oder Euro das Bild verzerrt, weil diese Währungen selbst an Kaufkraft verlieren.

Die Versuchung des Druckens

Ein zentraler Gedanke der Lektion: Geld, das gedruckt werden kann, wird auch gedruckt. Gigi hält fest, dass keine Gesellschaft in der Geschichte dieser Versuchung dauerhaft widerstanden habe. Solides Geld kann sich deshalb nicht auf die Zurückhaltung von Menschen verlassen.

Die Antwort von Bitcoin

Bei Bitcoin regelt nicht menschliche Disziplin die Menge, sondern Mathematik. Die Belohnung, die Miner für einen neuen Block erhalten, halbiert sich etwa alle vier Jahre. Dieses Halving ist von Anfang an festgelegt. Die Ausgabe neuer Bitcoin nähert sich dadurch Schritt für Schritt null, nach heutiger Rechnung etwa im Jahr 2140.

Dazu kommt die Anpassung der Schwierigkeit: Kommt mehr Rechenleistung ins Netzwerk, wird das Mining-Rätsel automatisch schwerer. So bleibt die Ausgabe neuer Bitcoin im Zeitplan, egal wie viel Aufwand Miner treiben. Gigi vergleicht das mit einer Art Tempolimit, das für alle gleich gilt.

Härte messen: Bestand und Zufluss

Wie hart ein Geld ist, lässt sich laut der Lektion am Verhältnis von vorhandenem Bestand zu jährlicher Neuproduktion ablesen, im Englischen „stock-to-flow“. Je höher dieses Verhältnis, desto weniger fällt neue Produktion ins Gewicht, und desto schwerer lässt sich der Wert durch Vermehrung verwässern.

Gold hat nach dieser Rechnung einen sehr hohen Wert, weil über Jahrtausende viel Gold angesammelt wurde und jährlich nur wenig hinzukommt. Bei staatlichem Geld ist die Messung schwieriger, weil es mehrere Definitionen der Geldmenge gibt. Bei Bitcoin steigt das Verhältnis mit jedem Halving und soll nach der Argumentation der Lektion das von Gold übertreffen.

Von Gold zu Papier

Früher war Geld an etwas natürlich Knappes gebunden, etwa an Gold. Heute kostet es fast nichts, neues Geld zu erschaffen. Ob eine Währung solide bleibt, hängt deshalb von den Entscheidungen der Zentralbanken ab.

Was die Lektion lehrt

Mit Bitcoin gibt es zum ersten Mal ein Geldgut, dessen Menge sich durch keinen Aufwand erhöhen lässt. Für Gigi ist solides Geld deshalb nicht nur eine wirtschaftliche Frage, sondern eine Grundlage für alles, was darauf aufbaut.

Diese Seite gibt die Sicht des Autors wieder und ist keine Anlageempfehlung. Wie stark Bitcoin schwankt und was das für dich bedeutet, beschreibt der Ratgeber Was ist Bitcoin?. Die Lektion Inflation erklärt, was bei weichem Geld passiert.

Originalkapitel „Sound money“ auf 21lessons.com lesen (Englisch)