Warum Bitcoin? · Ökonomie · Lektion 9
Inflation
Zusammenfassung von „Inflation“ aus „21 Lessons“ von Gigi · Zuletzt aktualisiert:
Was Inflation eigentlich ist
Im Alltag verstehen die meisten unter Inflation steigende Preise. Gigi setzt einen Schritt früher an: Inflation ist im Kern die Rate, mit der neues Geld geschaffen wird. Steigende Preise sind eine Folge davon, die oft erst Jahre später sichtbar wird.
Manche Ökonomen halten eine leichte, stetige Geldvermehrung für nützlich. Die Lektion vertritt eine andere Sicht: Sie bevorzugt „hartes“ Geld, das sich nicht leicht vermehren lässt, wie es zu Zeiten des Goldstandards der Fall war. Die feste Obergrenze von 21 Millionen Bitcoin ist Ausdruck genau dieser Haltung.
Geld drucken schafft keinen Wert
Wer ein Brot backt oder ein Haus baut, schafft etwas Neues. Wer Geld druckt, schafft nichts Neues. Das zusätzliche Geld verteilt den vorhandenen Wohlstand nur anders. Jede neue Geldeinheit verwässert den Wert aller bestehenden Einheiten ein wenig.
Gute ökonomische Analyse, so die Lektion, schaut deshalb nicht nur auf die unmittelbaren Folgen für diejenigen, die das neue Geld bekommen, sondern auf die Folgen für alle, und auch auf die, die erst später eintreten.
Die versteckte Steuer
Neues Geld kommt nicht bei allen gleichzeitig an. Wer nahe an der Quelle sitzt, kann es ausgeben, bevor die Preise gestiegen sind. Wer weit weg ist, etwa Sparer oder Menschen mit festem Einkommen, merkt nur, dass das eigene Geld weniger wert wird. Inflation wirkt deshalb wie eine Steuer, über die niemand abstimmt und die auf keinem Steuerbescheid steht.
Von mild zu katastrophal
Leichte Inflation ist tückisch, weil sie so langsam wirkt, dass kaum jemand sie bemerkt. Die Lektion argumentiert, dass es bei leichter Inflation selten bleibt, sobald die Geldschöpfung erst einmal einfach ist. Stetiges prozentuales Wachstum der Geldmenge ist exponentielles Wachstum, und das kann nicht ewig weitergehen.
Im Extremfall droht Hyperinflation. Dann taugt Geld nicht mehr zum Sparen. Menschen versuchen, ihr Geld so schnell wie möglich in irgendwelche Güter umzutauschen, und Ersparnisse eines ganzen Lebens werden wertlos. Gigi verweist auf jüngere Beispiele wie Venezuela und auf die lange Liste von Währungen, die im Lauf der Geschichte verschwunden sind.
Hartes und weiches Geld
Die Lektion unterscheidet zwischen weichem Geld, das an Wert verliert, weil es leicht vermehrt werden kann, und hartem Geld, dessen Menge sich nur schwer erhöhen lässt. Geldgüter, die nicht von Regierungen kontrolliert wurden, etwa Gold, haben ihren Wert über lange Zeiträume eher gehalten. Bitcoin ist in dieser Sicht ein neues, digitales Beispiel für hartes Geld.
Was die Lektion lehrt
Bitcoin hat Gigi gezeigt, wie Inflation als versteckte Steuer wirkt und welche katastrophalen Folgen Hyperinflation hat. Der Autor hält diese Einsichten für wertvoll, unabhängig davon, wie sich Bitcoin selbst entwickelt.
Wie sich die Härte von Geld messen lässt, vertieft die Lektion Gutes Geld. Was Geld überhaupt ist, behandelt die Lektion Geld. Wer aus diesen Gründen langfristig Bitcoin sparen möchte, findet im Ratgeber Bitcoin-Sparplan die praktische Seite.
Originalkapitel „Inflation“ auf 21lessons.com lesen (Englisch)