Bitcoin kaufen

Bitcoin kaufen in Deutschland

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Kurz gesagt

In Deutschland kannst du Bitcoin über Apps, Krypto-Broker, Börsen und zunehmend auch über Banken und Sparkassen kaufen. Entscheidend sind eine gültige Zulassung, transparente Gebühren und die Möglichkeit, Bitcoin in eine eigene Wallet zu übertragen. Starte mit einem kleinen Betrag und lerne die Selbstverwahrung, bevor du mehr kaufst.

Wo du in Deutschland Bitcoin kaufen kannst

Der Markt in Deutschland ist gross und unübersichtlich. Grob lassen sich vier Wege unterscheiden:

  • Bitcoin-only-Apps: Anbieter, die nur Bitcoin verkaufen. Sie sind meist auf einfache Käufe, Sparpläne und die Auszahlung in eine eigene Wallet ausgelegt. Ein Beispiel ist Relai, eine App aus Zürich mit einer Zulassung nach der EU-Verordnung MiCA.
  • Krypto-Broker und Neobroker: Apps, in denen du Bitcoin neben Aktien oder vielen anderen Kryptowährungen kaufen kannst. Bequem, aber nicht jeder erlaubt die Auszahlung in die eigene Wallet. Frag vor dem Kauf danach.
  • Börsen: Marktplätze, auf denen Nutzer untereinander handeln. Oft günstig, aber mit mehr Funktionen, als Einsteiger brauchen.
  • Banken und Sparkassen: Einige Institute bieten Bitcoin direkt im Online-Banking an. Frag bei deiner Bank nach dem aktuellen Angebot.

Zulassung: Darauf musst du achten

In Deutschland beaufsichtigt die BaFin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) Anbieter, die Kryptowerte verwahren oder damit handeln. Seit Ende 2024 gilt zusätzlich die EU-Verordnung MiCA, die Krypto-Dienstleister in der ganzen EU einheitlich regelt. Die Übergangsfristen für bereits tätige Anbieter sind inzwischen ausgelaufen.

Bevor du ein Konto eröffnest, prüfe:

  1. Impressum und Zulassung: Nennt der Anbieter seine Zulassung? Lässt sie sich in der Unternehmensdatenbank der BaFin finden? Du erreichst sie über die Website der BaFin.
  2. Warnungen: Die BaFin veröffentlicht dort auch Warnungen vor unerlaubten Angeboten. Ein kurzer Blick lohnt sich.
  3. Auszahlung: Kannst du Bitcoin an eine eigene Adresse senden?
  4. Kosten: Sind alle Gebühren vor dem Kauf klar ausgewiesen?

Anbieter im Überblick

Wege zum Bitcoin-Kauf im Überblick
AnbieterArtMerkmaleGebührenHinweis
RelaiBitcoin-only-App aus ZürichKauf und Sparplan, nur Bitcoin, verfügbar in Deutschland, Österreich und der SchweizAktuelle Konditionen auf der Website des AnbietersBitcoin landen direkt in einer Wallet, die du selbst kontrollierst
Andere Bitcoin-only-AppsApp oder Broker, nur BitcoinKein Altcoin-Angebot, oft Fokus auf Sparpläne und Auszahlung in die eigene WalletAktuelle Konditionen auf der Website des AnbietersKein Partnerlink
Krypto-Broker mit vielen CoinsBroker oder BörseGrosses Angebot an Altcoins und Trading-Funktionen, die für langfristiges Bitcoin-Sparen nicht nötig sindAktuelle Konditionen auf der Website des AnbietersKein Partnerlink. Prüfe, ob eine Auszahlung auf die eigene Wallet möglich ist
Bank oder NeobankKauf im bestehenden BankkontoBequem, aber nicht jede Bank erlaubt die Auszahlung in eine eigene WalletAktuelle Konditionen auf der Website des AnbietersKein Partnerlink. Vor dem Kauf nach der Auszahlung fragen

Reihenfolge ohne Wertung. Konditionen ändern sich, prüfe sie immer direkt beim Anbieter.

Der erste Kauf in fünf Schritten

  1. Anbieter wählen und App oder Website selbst aufrufen, nicht über Werbeanzeigen oder Links aus Nachrichten.
  2. Konto eröffnen. Die Identifizierung läuft meist per Video-Ident oder Foto von Ausweis und Gesicht.
  3. Geld einzahlen. Üblich ist eine SEPA-Überweisung. Manche Anbieter erlauben auch Lastschrift oder Karte, oft gegen Aufpreis.
  4. Bitcoin kaufen. Gib den Euro-Betrag ein und prüfe vor der Bestätigung Kurs und Gebühren.
  5. In die eigene Wallet übertragen. Erst einen kleinen Test, dann den Rest.

Kosten realistisch vergleichen

Die beworbene Gebühr ist oft nur ein Teil der Wahrheit. Für einen fairen Vergleich zählt, wie viele Bitcoin du für 100 Euro am Ende in deiner eigenen Wallet hast. Dazu gehören:

  • die ausgewiesene Kauf- oder Handelsgebühr,
  • der Spread, also der Aufschlag auf den Marktpreis,
  • die Gebühr für die Auszahlung an deine Wallet,
  • eventuelle Kosten für die Einzahlung, etwa per Karte.

Gebühren ändern sich häufig. Lies sie immer direkt beim Anbieter nach.

Nach dem Kauf: selbst verwahren

Auf einer Plattform hast du nur einen Anspruch gegen den Anbieter. Erst in deiner eigenen Wallet gehören die Bitcoin wirklich dir. Für kleine Beträge reicht eine Smartphone-Wallet. Ab einem Betrag, dessen Verlust dich schmerzen würde, ist eine Hardware-Wallet eine gute Wahl. Alles dazu steht in den Ratgebern Bitcoin sicher aufbewahren und Seed-Phrase richtig sichern.

Niemals die Seed-Phrase eingeben, wenn jemand danach fragt

Kein Anbieter, keine Bank und keine Behörde braucht deine Seed-Phrase. Wer danach fragt, will deine Bitcoin stehlen.

Worauf du verzichten kannst

Viele Plattformen machen das Angebot bewusst aufregend: Push-Nachrichten zu Kursbewegungen, Ranglisten der „Top-Gewinner“, Hebelprodukte und hunderte andere Coins. Für langfristiges Bitcoin-Sparen brauchst du nichts davon. Im Gegenteil: Ständiges Kurs-Schauen verleitet zu hektischen Entscheidungen. Wer einen ruhigeren Weg sucht, schaut sich einen Bitcoin-Sparplan an.

Warnsignale für Betrug

  • Jemand ruft dich an oder schreibt dich in sozialen Netzwerken an und bietet Hilfe beim Bitcoin-Kauf an.
  • Eine Plattform verspricht feste Renditen oder „risikolose“ Gewinne.
  • Du sollst Software für den Fernzugriff installieren.
  • Eine Auszahlung ist erst nach einer zusätzlichen „Gebühr“ oder „Steuer“ möglich.

Wenn dir etwas davon begegnet, brich den Kontakt ab. Was du tun kannst, wenn es schon zu spät ist, steht auf der Seite Erste Hilfe.

Bitcoin-only oder Plattform mit vielen Coins?

Viele grosse Plattformen in Deutschland bieten neben Bitcoin hunderte andere Kryptowährungen an. Für dich als Bitcoin-Sparer hat das kaum Vorteile, aber einige Nachteile: Die App lenkt deine Aufmerksamkeit auf kurzfristige Kursgewinner, Werbung für neue Coins und Trading-Funktionen. Bitcoin-only-Anbieter verzichten darauf und sind oft konsequenter bei der Auszahlung in die eigene Wallet. Welcher Weg zu dir passt, hängt davon ab, was dir wichtiger ist: ein vertrautes Umfeld, etwa bei deiner Bank, oder ein Anbieter, der sich auf Bitcoin und Selbstverwahrung konzentriert.

Steuern in Deutschland

Bitcoin im Privatvermögen gelten in Deutschland steuerlich als „andere Wirtschaftsgüter“. Gewinne aus dem Verkauf können steuerpflichtig sein, je nachdem, wie lange du die Bitcoin gehalten hast. Dokumentiere daher jeden Kauf mit Datum, Betrag und Preis. Einen Überblick gibt Bitcoin und Steuern.

Häufige Fragen

Welche Unterlagen brauche ich für den Kauf?

In der Regel einen gültigen Personalausweis oder Reisepass, ein Smartphone für die Identifizierung und ein Girokonto auf deinen Namen. Manche Anbieter fragen zusätzlich nach Steuer-Identifikationsnummer oder Herkunft der Mittel.

Kann ich Bitcoin bei meiner Sparkasse oder Bank kaufen?

Immer mehr Banken und Sparkassen bieten Bitcoin an oder haben es angekündigt. Prüfe dabei vor allem, ob du die Bitcoin in eine eigene Wallet übertragen kannst und welche Gebühren anfallen.

Woran erkenne ich, ob ein Anbieter zugelassen ist?

Die Finanzaufsicht BaFin führt eine öffentliche Unternehmensdatenbank. Dort kannst du nach dem Namen des Anbieters suchen. Seriöse Anbieter nennen ihre Zulassung ausserdem im Impressum.

Wann sind Bitcoin-Gewinne in Deutschland steuerfrei?

Für private Veräusserungsgeschäfte gelten in Deutschland eine Haltefrist und eine Freigrenze. Die genauen Werte und Bedingungen findest du im Steuer-Ratgeber. Verbindlich klärt das eine Steuerberatung.

Dieser Artikel ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.