Bitcoin kaufen
Bitcoin-Sparplan: So funktioniert er
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Kurz gesagt
Mit einem Bitcoin-Sparplan kaufst du automatisch in festen Abständen für einen festen Betrag Bitcoin, zum Beispiel jeden Monat für 50 Euro oder Franken. Du musst dich nicht um den richtigen Zeitpunkt kümmern, und der durchschnittliche Kaufpreis gleicht sich über die Zeit aus. Wichtig sind niedrige Gesamtkosten und die regelmässige Übertragung in deine eigene Wallet.
Das Prinzip: regelmässig statt im richtigen Moment
Niemand kann zuverlässig vorhersagen, wann der Bitcoin-Kurs steigt oder fällt. Ein Sparplan nimmt dir diese Entscheidung ab. Du legst einmal fest, wie viel du wie oft investieren willst, und der Anbieter kauft automatisch.
Im Fachjargon heisst das Dollar-Cost-Averaging oder Durchschnittskosteneffekt. Weil du immer denselben Betrag investierst, bekommst du bei niedrigen Kursen mehr Bitcoin und bei hohen Kursen weniger. Über die Zeit ergibt sich ein Durchschnittspreis, der die Schwankungen glättet.
Ein einfaches Beispiel
Angenommen, du investierst drei Monate lang jeweils 100 Euro. Die Zahlen sind frei erfunden und dienen nur der Veranschaulichung:
| Monat | Angenommener Kurs | Gekaufte Menge |
|---|---|---|
| 1 | 50 000 Euro | 0,0020 BTC |
| 2 | 40 000 Euro | 0,0025 BTC |
| 3 | 50 000 Euro | 0,0020 BTC |
Du hast 300 Euro investiert und 0,0065 BTC erhalten. Dein Durchschnittspreis liegt bei rund 46 150 Euro pro Bitcoin, also unter dem einfachen Mittel der drei Kurse. Das ist der Effekt, den ein Sparplan nutzt. Er funktioniert in beide Richtungen nicht als Garantie: Fällt der Kurs dauerhaft, verlierst du trotzdem Geld.
Für wen ein Sparplan passt
Ein Sparplan passt gut, wenn du
- langfristig sparen willst, über Jahre und nicht über Wochen,
- regelmässig einen Betrag zur Seite legen kannst, auf den du lange verzichten kannst,
- keine Lust hast, Kurse zu beobachten und den richtigen Zeitpunkt zu suchen,
- emotionale Entscheidungen bei starken Kursbewegungen vermeiden willst.
Weniger geeignet ist er, wenn du das Geld in absehbarer Zeit brauchst oder hohe Schulden hast. Ein Notgroschen auf dem Konto gehört vor jede Investition.
Kosten genau anschauen
Bei einem Sparplan fallen Kosten nicht einmal, sondern bei jeder Ausführung an. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick:
- Gebühr pro Kauf: Prozentual oder fest? Eine feste Gebühr macht kleine, häufige Käufe teuer.
- Spread: Der Aufschlag auf den Marktpreis ist bei manchen Anbietern höher als die ausgewiesene Gebühr.
- Auszahlungsgebühr: Was kostet die Übertragung in deine eigene Wallet?
- Einzahlung: Ist die Lastschrift oder der Dauerauftrag kostenlos?
Die aktuellen Konditionen musst du beim Anbieter nachlesen. Eine Übersicht über die Anbieter-Arten steht in den Kauf-Ratgebern für Deutschland, Österreich und die Schweiz.
Einen Sparplan einrichten
Am Beispiel einer Bitcoin-only-App wie Relai sieht das typischerweise so aus. Relai bietet wöchentliche und monatliche Sparpläne an, den Mindestbetrag findest du in der App:
- App installieren und Konto eröffnen, inklusive Identifizierung mit Ausweis.
- Betrag und Intervall wählen, zum Beispiel 50 Euro pro Woche oder 100 Franken pro Monat.
- Dauerauftrag oder Lastschrift einrichten. Meist gibst du bei deiner Bank einen Dauerauftrag mit einer persönlichen Referenz ein.
- Wallet sichern. Erzeugt die App eine eigene Wallet, schreibe die Seed-Phrase sicher auf. Siehe Seed-Phrase richtig sichern.
- Laufen lassen. Der Anbieter kauft bei jedem Zahlungseingang automatisch.
Die eigene Wallet gehört dazu
Ein Sparplan läuft über Jahre. In dieser Zeit wachsen die Beträge, und damit auch das Risiko, wenn alles bei einem Anbieter liegt. Plane deshalb von Anfang an, wie die Bitcoin in deine eigene Wallet kommen:
- Manche Anbieter zahlen automatisch nach jedem Kauf oder ab einem bestimmten Betrag an deine Wallet aus.
- Bei anderen überträgst du selbst, zum Beispiel einmal im Quartal. Weniger häufige Auszahlungen sparen Gebühren.
- Ab einem Betrag, dessen Verlust dich schmerzen würde, ist eine Hardware-Wallet sinnvoll. Siehe Bitcoin sicher aufbewahren.
Ruhe bewahren
Der grösste Feind eines Sparplans ist nicht der Kurs, sondern die eigene Ungeduld. Bitcoin schwankt stark. Wer bei einem Einbruch in Panik verkauft oder den Sparplan stoppt, verliert genau den Vorteil, den ein Sparplan bietet. Ein paar Gewohnheiten helfen:
- Schalte Kurs-Benachrichtigungen ab.
- Schaue nicht täglich in die App.
- Lege vorher fest, unter welchen Umständen du den Sparplan änderst, zum Beispiel bei einer Änderung deiner Lebenssituation, nicht wegen einer Schlagzeile.
Warum viele Menschen trotz der Schwankungen langfristig auf Bitcoin setzen, erklärt die Rubrik Warum Bitcoin?.
Steuern nicht vergessen
Jeder Kauf eines Sparplans ist ein eigener Vorgang mit eigenem Datum und Preis. Das ist für die Steuer wichtig, sobald du verkaufst. Exportiere deine Transaktionen regelmässig. Mehr dazu im Ratgeber Bitcoin und Steuern.
Häufige Fragen
Wie oft sollte der Sparplan ausgeführt werden?
Häufig sind monatliche, wöchentliche oder tägliche Intervalle. Über lange Zeiträume ist der Unterschied im Durchschnittspreis meist gering. Achte vor allem darauf, ob pro Ausführung feste Gebühren anfallen, denn dann wird ein kurzes Intervall teuer.
Kann ich einen Sparplan jederzeit pausieren oder beenden?
Bei den meisten Anbietern ja, oft direkt in der App. Prüfe vor dem Abschluss, ob es eine Mindestlaufzeit oder Kündigungsfristen gibt.
Garantiert ein Sparplan Gewinne?
Nein. Ein Sparplan glättet den Einstiegspreis, schützt aber nicht vor Verlusten. Wenn der Kurs über deinen gesamten Sparzeitraum fällt, liegt auch dein Sparplan im Minus.
Ab welchem Betrag lohnt sich ein Sparplan?
Viele Anbieter erlauben schon kleine Beträge. Entscheidend ist, dass die Gebühren im Verhältnis zum Betrag niedrig bleiben. Bei sehr kleinen Beträgen kann eine feste Gebühr pro Kauf oder Auszahlung einen grossen Anteil ausmachen.
Dieser Artikel ist keine Anlage-, Steuer- oder Rechtsberatung.